Wie können wir Vergangenes loslassen und Neues zulassen? Diese Fragen stehen im Zentrum einer Tagung mit Psychologe Mathias Allemand, die am 12. Mai 2022 von der Arbeitsgruppe für Altersfragen veranstaltet wird. Auch wenn Menschen ab 60 die Zielgruppe bilden, sind alle eingeladen, die das Thema anspricht, sagt Mariette Jecker, Präsidentin der Arbeitsgruppe.
Was hat die Arbeitsgruppe für Altersfragen (AGAF) bewogen, dieses Thema zu wählen?
Mariette Jecker: In der AGAF ist uns aufgefallen, dass die Themen Verzeihen und Vergebung immer wieder aktuell sind. Vergangenes loslassen und Neues zulassen wird sehr oft blockiert durch Konflikte, durch Schuld und auch durch Verletzungen, die verdrängt werden.

Inwiefern ist Vergangenes loslassen und Neues zuzulassen zu können für Menschen ab 60 wichtig?
Veränderungen anzunehmen oder sogar anzupeilen wird im Alter nicht einfacher, im Gegenteil. Aber die Tatsache ist, dass diesbezüglich gerade in diesem Lebensabschnitt ganz grosse Herausforderungen kommen können. Impulse zu erhalten, wie Menschen nach 60 Jahren auch noch die Möglichkeit haben, ihr Leben zu gestalten, darauf freuen wir uns.
Die Veranstaltung ist als «Treffen 60+» ausgeschrieben. Kann man auch kommen, wenn man jünger ist?
Es gibt kein Mindestalter. Wen das Thema anspricht, ist herzlich eingeladen. Ich hoffe und wünsche mir, dass viele aus dem dritten und vierten Alterssegment dabei sein werden. Das wird den Austausch sehr bereichern.
Wie ist es gekommen, dass ihr Mathias Allemand als Referenten ausgewählt habt?
Mathias Allemand ist vielen in den Mennonitengemeinden bekannt. Er ist ja in einer Mennoniten-Familie auf dem Moron aufgewachsen und war auch länger in verschiedenen Gremien der Konferenz der Mennoniten der Schweiz tätig. Heute ist Mathias Allemand Psychologe und forscht an der Universität Zürich zur Rolle der Persönlichkeit für das gesunde Altern. Gesund altern: Wer möchte das nicht?!