Bei «Mut zur Liebe», der eintägigen Veranstaltung zum 500-jährigen Jubiläum der Täuferbewegung am 29. Mai 2025, ist für alle etwas dabei. Zu den Aktivitäten der anmeldefreien Veranstaltung in Zürich gehören unter anderem eine Podiumsdiskussion und ein «Story Trail».
Friedenskirche sein in der heutigen Zeit
«Die meisten Anhängerinnen und Anhänger der frühen Täuferbewegung traten für Gewaltlosigkeit im Kontext spiritueller, politischer und wirtschaftlicher Umwälzungen ein. Auch wir sind heute in zahlreiche Konflikte verwickelt und befinden uns in einer Welt in Flammen», sagt Simon Rindlisbacher, Verantwortlicher für Kommunikation der Konferenz der Mennoniten der Schweiz. Er organisiert eine Podiumsdiskussion zu diesem Thema, die im Rahmen von «Mut zur Liebe» stattfindet, einem öffentlichen Begegnungstag zum 500-Jahr-Jubiläum der Täuferbewegung am 29. Mai in Zürich. Menschen aus Myanmar, Mexiko, Burkina Faso, der Schweiz und den USA werden sich mit der Frage befassen, was es heute bedeutet, zur Täuferbewegung und damit zu einer historischen Friedenskirche zu gehören. Muss eine Friedenskirche in dieser Welt in Flammen neutral sein? Wie leben wir Gewaltlosigkeit?
«In der heutigen Zeit wird immer mehr geredet und geschrien, während Zuhören und Verstehen immer mehr in den Hintergrund treten», sagt der Schweizer Podiumsteilnehmer Hansuli Gerber. Bedrohungen wie Klimawandel und Schöpfung, die erneute nukleare Bedrohung, die Verbreitung von Waffen und, damit eng verbunden, die Herrschaft der Konzerne nehmen seiner Meinung nach die Politik in Geiselhaft. «Unsere Podiumsdiskussion könnte ein Test dafür sein, wie wir aus unseren unterschiedlichen Blickwinkeln und Perspektiven miteinander im Gespräch bleiben können.»
Moderiert wird die Veranstaltung von der Schweizer Journalistin Judith Wipfler, einer Expertin für interreligiösen Dialog, Theologie, Kirche und Judentum, Religion und Musik.
Ein Story Trail macht Geschichte lebendig
Auf dem Programm des Begegnungstags in Zürich steht auch ein sogenannter Story Trail. Dieser ermöglicht es den Teilnehmenden, sich in Teams von 2 bis 8 Personen in die Lage der Täufer im 16. Jahrhundert zu versetzen. «Der Story Trail ist als interaktives Geschichtenerlebnis konzipiert, das im Zürich der Reformationszeit spielt und die Glaubenskämpfe in der christlichen Welt thematisiert», erklärt David Stutzman, Mitgestalter des Trails.
Die Teilnehmenden schlüpfen in die Rolle eines Besuchers Zürichs, ähnlich wie sie selbst. Ein Heft führt sie durch eine Geschichte, bei der sie Entscheidungen treffen und Rätsel lösen müssen, während sie verschiedene Sehenswürdigkeiten in Zürich entdecken. Immer wieder stellt sich die Frage, wem man trauen kann. «Wir haben bisher zwei Figuren entwickelt, die aus unterschiedlichen Gründen als Fremde nach Zürich kommen. Eine sucht ihren Bruder, der nach den Reformen in Zürich verschwunden ist. Der andere ist ein Deserteur der Bauernkriege, der in Zürich Zuflucht und einen Neuanfang sucht», sagt David Stutzman.
Die Aktivität spricht alle Altersgruppen an, ist aber besonders auf Jugendliche und junge Erwachsene zugeschnitten.
Text:
Mennonitische Weltkonferenz/Simon Rindlisbacher
Dieser Artikel wurde zuerst auf der Website der Mennonitischen Weltkonferenz veröffentlicht. Für menno.ch wurde er auf Deutsch übersetzt und gekürzt.