Nicht in Eile
Ein Tag hat, wie wir alle wissen, 24 Stunden. Im Schnitt verbringt ein Erwachsener davon 7 – 9 Stunden mit Schlafen. Ein regulärer Arbeitstag dauert noch einmal 8 – 9 Stunden. Irgendwann müssen wir alle auch etwas Essen und verbringen dafür ca. 2 – 3 Stunden. Bleiben folglich noch zwischen 3 – 7 Stunden für Freizeit, Dinge zu erledigen, Haushalt, freiwilliges Engagement, Sitzungen in der Gemeinde, Beziehungspflege, Abschalten und Entspannen. Ganz schön wenig Zeit, die am Ende für einen selbst übrigbleibt.
Ich hadere oft mit meinem Zeitmanagement und dadurch schlussendlich auch ein wenig mit mir selbst. Oft fühle ich mich unruhig und in Eile – Eile, laut Duden «das Bestreben, Gedrängtsein, etwas so schnell wie möglich zu erledigen». Wie diese Eile einen im Endeffekt beeinflusst, ist bei jeder und jedem von uns unterschiedlich.
Wenn ich auf die letzten Jahre zurückschaue, merke ich, dass mir immer mehr bewusst geworden ist, dass ich langsamer leben möchte. Weg von dieser Hektik, der Aufregung und dem Stress. Jedoch fordert es mich regelmässig von Neuem heraus.
Das Thema Eile ist mir neulich in einem Lied begegnet, das mir immer wieder neu aufzeigt, nicht in meiner eigenen Kraft zu leben, sondern den Fokus auf Gottes Ruhe und Gegenwart zu richten.
Unten seht ihr den englischen Text des Liedes, welchen ich gestaltet habe. Wenn ihr mögt, könnt ihr diesen lesen – als Gebet, Gedanke oder Ermutigung – während ihr euch parallel dazu das Lied anhört. (https://www.youtube.com/watch?v=VeWuavHf4oY)

« Nicht in Eile » («Not in a hurry» – Will Reagan, United Pursuit)
Herr ich will nicht übereilig sein
in meiner eigenen Kraft
während du genau hier bist
Ich bin nicht in Eile
wenn es um deinen Geist geht
wenn es um deine Gegenwart geht
wenn es um deine Stimme geht
ich lerne zuzuhören
um in deiner Nähe zu bleiben
plötzlich fällt mir auf,
dass du sprichst
Herr, ich möchte lieben, wie du liebst
ich möchte fühlen, was du fühlst
Ich möchte sehen, was du siehst.
Öffne meine Augen, damit ich dich klarer sehen kann.
Öffne meine Ohren, ich will dich sprechen hören.
Sag mir, was du denkst, was dir durch den Kopf geht.
Ich werde dein Freund sein, ich will durch deine Augen sehen.
Julia Neufeld, MJKS Jugendarbeiterin
Im Blog veröffentlicht die Konferenz der Mennoniten der Schweiz verschiedene Texte, die hauptsächlich von Gemeindemitgliedern verfasst werden.
Die geäusserten Meinungen müssen nicht mit der gesamten KMS übereinstimmen und sollen persönliche Ansichten widerspiegeln.
Sie können zu Widerspruch anregen, Diskussionen sind durchaus willkommen. Es ist unser Wunsch, dass dieser Austausch Menschen aufbaut und ermutigt, die Gemeinschaft stärkt und vertieft, zur Ehre Gottes und im Blick auf sein Reich.