Im Blog veröffentlicht die Konferenz der Mennoniten der Schweiz verschiedene Texte, die hauptsächlich von Gemeindemitgliedern verfasst werden. Die geäusserten Meinungen müssen nicht mit der gesamten KMS übereinstimmen und sollen persönliche Ansichten widerspiegeln.
Sie können zu Widerspruch anregen, Diskussionen sind durchaus willkommen. Es ist unser Wunsch, dass dieser Austausch Menschen aufbaut und ermutigt, die Gemeinschaft stärkt und vertieft, zur Ehre Gottes und im Blick auf sein Reich.
Jesu Tod und leibliche Auferstehung als Grundlage unserer Hoffnung und unserer Friedenszeugnisses
Nach Apg 3,15 sagt Petrus: „Den Urheber des Lebens habt ihr getötet; den hat Gott von den Toten auferweckt, dessen Zeugen sind wir.“ Jesus, der Sohn Gottes, wird an dieser Stelle als „Urheber des Lebens“ bezeichnet. Mit dem „Leben“ ist das göttliche Leben gemeint, das die Meschen aus der Gemeinschaft mit Gott empfangen. Jesus ist nicht nur als Erlöser der Urheber des Lebens, sondern zuerst als Schöpfer des ganzen Universums (vgl. Joh 1,1-3; Kol 1,16; Offb 3,14).
Doch warum musste der Schöpfer aller Dinge sterben? Der Mensch, der durch Jesus in seinem Ebenbild geschaffen wurde (vgl. Kol 1,16; 3,10), ist durch die Sünde von Gott getrennt worden. Damit hat er die Quelle seines Lebens verlassen und ist Sklave der Sünde und des Todes geworden.

- Die erste und direkte Folge der Sünde ist der Tod, die Trennung der harmonischen Gemeinschaft mit Gott. Von Natur aus lebt jeder Mensch ohne echte Gemeinschaft mit Gott und damit im geistlichen Tod. Damit hängen viele Leiden in diesem Leben zusammen.
- Die weitere Folge der Sünde ist der leibliche Tod und das damit verbunde irdische Leid (vgl. Röm 8,28ff.).
- Die letzte Folge der Sünde ist der ewige Tod in der ewigen Trennung von Gott nach dem leiblichen Tod.
Jeder Mensch ist von Natur aus diesem Kreislauf von Sünde und Tod unterworfen. Er kann sich daraus nicht befreien. Das kann nur der Schöpfer selbst tun. Darum ist Jesus Christus, der Schöpfer aller Dinge, Mensch geworden und hat die Konsequenzen der Sünde getragen. Er hat Satan, den Urheber der Sünde, gerichtet (vgl. Hebr 2,14f.). Er ist für unsere Sünden gestorben, damit wir durch die Vergebung befreit werden können.
Wäre Jesus aber im Grab geblieben, so wäre sein Sieg nicht vollkommen. Erst dadurch, dass Jesus auch die Folgen der Sünde, nämlich den Tod, durchbricht und überwindet, wird sein Sieg vollkommen (vgl. Röm 4,25; 1. Kor 15,12ff.). Durch die Auferstehung Jesu wird sichtbar, dass Jesus nicht nur die Sünde, sondern auch den Tod als Folge der Sünde überwunden hat. Nach Apg 2,24 wurden durch die Auferstehung Jesu „die Wehen des Todes aufgelöst“, nachdem Jesus „durch den Tod den zunichte zu machen, der die Macht des Todes hat, das ist den Teufel“ (Hebr 2,14). Jesu leibliche Auferstehung ist nicht nur die Voraussetzung unserer zukünftigen leiblichen Auferstehung, sondern auch unseres gegenwärtigen Sieges über die Sünde.

Weil Jesus auferstanden ist, lebt er durch den Glauben in uns und lässt uns Anteil an seinem Sieg über Sünde und Tod haben. Damit ist Jesus durch seine Auferstehung nochmals zum Urheber des Lebens geworden.Können wir ganz sicher sein, dass Jesus wirklich auferstanden ist? Die folgende Punkte bestätigen die Auferstehung Jesu:
- Die leibliche Auferstehung wird direkt oder indirekt bereits im Alten Testament verheissen (sie z. B. Ps 22,17ff; Jes 53,10-12; Sach 12,10). Nach Sach 12,10 sagt Gott (Jahwe): „Sie werden mich anschauen, den sie durchbohrt haben.“ Diese Aussage wird in Offb 1,7 auf den wiederkommenden Jesus bezogen. Damit wird klar zum Ausdruck gebracht, dass der durchbohrte Leib des Messias, der in Sach 12,10 mit Gott identifiziert wird, auferstehen wird. Ein toter Messias nützt natürlich nicht sehr viel!
- Die Auferstehung Jesu ist historisch so gut bezeugt, wie kein anderes Ereignis der Weltgeschichte. So betont Paulus z. B. in 1. Kor 15,6, dass Jesus nach seiner Auferstehung „mehr als 500 Geschwistern auf einmal erschien, von denen die meisten bis jetzt übriggeblieben, einige aber auch entschlafen sind“. Glauben wir nicht an die leibliche Auferstehung Jesu, so müssten wir konsequenterweise überhaupt nicht an Geschichte glauben.
- Der Mut und die Verwandlung der Jünger Jesu am Pfingsten bestätigt, dass sie vollkommen überzeugt waren, dass Jesus leiblich auferstanden ist. Folge: Ausgießung des Heiligen Geistes.
Nach Phil 3,21 wird Jesus bei seiner Wiederkunft „den Leib unserer Niedrigkeit“ verwandeln in die Gestalt des „Leibes seiner Herrlichkeit“. Damit ist die leibliche Auferstehung Jesu die Grundlage für unsere Zukunftshoffnung und die Grundlage für die Erfüllung aller biblischer Verheissungen. Jesus überwindet somit durch seinen Tod und seine Auferstehung die Folgen der Sünde, und zwar durch
- das geistliche Leben mit der inneren Erneuerung des Menschen in seiner Beziehung durch Gott durch die Wiedergeburt,
- die leibliche Auferstehung nach seiner Wiederkunft (vgl. 1. Kor 15,20ff.),
- das ewige Leben in der Gegenwart Gottes nach der leiblichen Auferstehung.
Nach Röm 4,25 ist Jesus Christus „unserer Übertretungen wegen dahingegeben und unserer Rechtfertigung wegen auferweckt worden ist“. Frieden mit Gott, ewiges Leben, Heilung von jeder Schuld, Gott als Retter und Helfer zu kennen, das sind wunderbare Gaben Gottes an uns, wenn wir uns ihm durch Jesus Christus zuwenden.
Wenn wir unsere Sünden bekennen und Jesus Christus in unser Leben aufnehmen, erlangen wir durch Jesus Christus vor Gott Sündenvergebung und werden „Kinder Gottes“ (vgl. u. a. Joh 1,12; 1. Joh 1,9).
Es gilt, diese zentrale Botschaft der Hoffnung, die allen Menschen gilt, weiterzusagen. Es gilt, Menschen zu helfen, dass sie an dieser Hoffnung teilnehmen können und ein sinnvolles Leben erlangen. Es gibt für Gott keinen hoffnungslosen Fall. Durch die Auferstehung Jesu Christi sind wir nach 1. Petr 1,3 „wiedergeboren zu einer lebendigen Hoffnung“. Diese „lebendige Hoffnung“ prägt bereits jetzt unser ganzes Leben.

@KMS
Andererseits ist Jesus darin, wie er den Menschen den Frieden gebracht hat, ein Vorbild für uns. Nach Offb 5,5 ist der „Löwe aus dem Stamm Juda, die Wurzel Davids“, würdig, das Buch mit den Siegeln zu öffnen und damit das Gericht zu führen. Johannes sieht dann allerdings ein Lamm (Offb 5,6). Jesus ist dadurch zur Macht gekommen, dass er sich als Lamm am Kreuz von Golgatha hingab. Dadurch hat er nicht nur die Freindschaft zwischen Gott und den Menschen gelöst (vgl. Kol 1,20f.), sondern durch das Kreuz werden Menschen auch miteinander versöhnt (vgl. Eph 1,14-16). Diese Art, Frieden zu stiften, ist für Nachfolger und Nachfolgerinnen Jesu verbindlich, zumal Jesus ihnen darin eine „Schreibvorlage“ geliefert hat (so wörtlich in 1. Petr 2,21).
In den „Seligpreisungen“ betont Jesus u. a., dass die Friedensstifter „Söhne Gottes genannt werden“ (Mt 5,9) und dass die Sanftmütigen „das Land/die Erde erben werden“ (Mt 5,5). Letzte Aussage ist offensichtlich in Anlehnung an Ps 37,11 formuliert worden. In Ps 37 sind es nicht nur die Sanftmütigen, sondern auch diejenigen, die auf Jahwe hoffen, die von Gott Gesegneten und die Gerechten, die das Land/die Erde erben (vgl. Ps 37,9.22.29). Als die Jünger Jesu darüber diskutierten, wer von ihnen der Grösste sei, betont Jesus:
„Ihr wisst, das die Herrscher der Nationen sie gewalttätig beherrschen und die Grossen Gewalt gegen sie üben. Unter euch soll es nicht so sein, sondern wenn jemand unter euch gross werden will, der soll euer Diener sein, und wenn jemand unter euch der Erste sein will, soll er euer Sklave sein; gleichwie der Sohn des Menschen nicht gekommen ist, um bedient zu werden, sondern um zu dienen und sein Leben zu geben als Lösegeld für viele“ (Mt 20,25-28).
Um das umzusetzen, müssen wir immer wieder von Jesus Demut lernen (vgl. Mt 11,29). Die Welt braucht dieses Zeugnis der Gläubigen, welches sich im praktischen Dienst auswirken wird. Und darauf ruht die Verheissung des göttlichen Segens.
Jacob Thiessen, Gemeinde Basel-Holee