Dieses Jahr hätte das Treffen vom 23. -25. Oktober in den Niederlanden stattfinden sollen und musste wegen Corona auf zwei Online Sitzungen reduziert werden.
Einmal jährlich treffen sich die Präsidenten und Präsidentinnen der europäischen mennonitischen Konferenzen, zusammen mit den europäischen Vertretern in der der Mennonitischen Weltkonferenz, zur European Mennonite Leaders Conference.
In einer ersten Runde tauschten die Teilnehmer darüber aus, wie die Gemeinden in den einzelnen Konferenzen mit den Einschränkungen umgingen und wie sie sich aufs Gemeindeleben auswirkten. Dabei kamen nicht nur die kreativen Mittel zur Sprache, mit denen virtuelle Versammlungen durchgeführt wurden, sondern auch tieferliegende Veränderungen wie die zunehmende Polarisierung in vielen Ländern und die Verschärfungen von Ungleichheiten und Ungerechtigkeit, die durch die Pandemie offengelegt werden.
Am Samstag wählten die Vertreter José Arrais zum neuen Europa-Koordinator. José leitet die Mennoniten Brüdergemeinden in Portugal und ist auch Koordinator der beiden Netzwerke Global Anabaptist Service Networt GASN und Global Mission Fellowship GMF der Weltkonferenz, in denen die täuferischen Hilfswerke und Missionsgesellschaften vernetzt sind. José ist in der Tat ein Netzwerker, er bringt Menschen zusammen, nimmt an ihren Anliegen teil und verbindet sie zu Gemeinschaften. Das wird auch seine Aufgabe als Europa-Koordinator sein.

José Arrais löst Henk Stenvers aus den Niederlanden ab, der als erster in dieser Funktion diente, die 2014 geschaffen wurde. Henk hat in diesen Jahren ein Netzwerk aufgebaut und den Kontakt zu den kleineren Konferenzen gesucht. Während früher die 5 «alten» Konferenzen an diesen Treffen teilnahmen, sind heute 14 regelmässig dabei, und weitere kommen dazu.
Besonders für Gemeindeverbände, die noch relativ jung sind, wie jene in Litauen, Ukraine oder Österreich oder dem Anabaptist Network und den Brethren in Christ in Grossbritannien, ist diese Verbindung zu den europäischen Mennoniten eine grosse Ermutigung. Mit den Treffen werden diese Gemeinschaften auch besucht, sodass wir regelmässig einen Einblick ins Gemeindeleben vor Ort bekommen.
Das Treffen in Zaporoschie in Ukraine ist mir noch stark in Erinnerung, die Kraft, mit der die Gemeinden den Ärmsten dienen, trotz der Schwierigkeiten eines Landes, das sich im Krieg befindet. Es ist Henk Stenvers zu verdanken, dass diese Verbindung untereinander geknüpft wurden und gelebt werden können.
Henk Stenvers wird nun Präsident der Mennonitischen Weltkonferenz und gibt darum seine anderen Ämter ab.
Jürg Bräker, Generalsekretär (KMS)