Menno’s Global Village hat im Januar anlässlich des Sonntags der täuferischen Weltgemeinschaft ein Austauschwochenende für junge Mennonit:innen organisiert. Aus der Schweiz nahmen Lukas Sägesser und Valentin dos Santos teil. Valentin berichtet von ihrer Reise nach Spanien.
Im Rahmen des Sonntags der täuferischen Weltgemeinschaft fand am 21. und 22. Januar das erste Austauschwochenende für junge Mennonit:innen aus Europa statt. Organisiert wurde es von Menno’s Global Village, einer Gruppe junger niederländischer Mennonit:innen. Das Ziel: Internationale Begegnungen fördern und Gemeinschaft ermöglichen. Das Prinzip: Zwei Jugendliche aus Land A reisen in das Land B, während zwei Jugendliche aus Land B in Land A reisen. Vier Länder nahmen an der ersten Ausgabe des Anlasses teil: die Schweiz, Grossbritannien, Spanien und die Niederlande. So kam es, dass Lukas Sägesser und ich in Burgos in Spanien landeten. Lukas hatte die Mennonitische Jugendkommission der Schweiz (MJKS) am Global Youth Summit in Indonesien vertreten. Gleichzeitig verbrachten Nohemy und Laura aus Spanien ihr Wochenende in der Schweiz.
Fondue, Tapas, Schlitteln und Sightseeing
Die jungen Frauen probierten im Berner Jura Fondue und machten einige Schlittelfahrten in den Alpen. Natürlich waren sie immer gut betreut von einem Team von Jugendlichen aus unseren Gemeinden. Danach nahmen sie am Spieleabend teil, der von der MJKS in der Église évangélique mennonite de Tavannes organisiert wurde. Währenddessen gab es für Lukas und mich in Spanien neben leckeren Tapas und Sightseeing vor allem schöne Momente der Gemeinschaft mit den Jugendlichen der Mennonitengemeinde in Burgos. Diese hatte vor einigen Jahren mit der Baptistengemeinde fusioniert.
Ökumenische Begegnungen
Am Samstagabend fand in der Gemeinde ein ökumenischer Lobpreisabend statt. Wir nutzten die Gelegenheit, um mit verschiedenen Teilnehmenden über die Frage unserer denominationellen Identitäten zu sprechen. Es zeigte sich, dass es für die meisten Jugendlichen wichtiger ist, dass sie Gott lieben und Jesus nachfolgen, als dass sie Mennonit:innen sind sie. Dies trifft wohl auch auf die meisten älteren Menschen zu, auch wenn das Zugehörigkeitsgefühl bei ihnen stärker ausgeprägt zu sein scheint. Eine 50-jährige Frau erklärte mir, dass sie in der katholischen Kirche aufgewachsen sei. Die Kraft des Evangeliums habe sie erst wegen der Gewaltlosigkeit und dem Engagement für soziale Gerechtigkeit in der Mennonitenkirche in Burgos wirklich verstanden. Seitdem kann sie sich nicht mehr vorstellen, einer anderen Kirche anzugehören.
Zugehörigkeitsgefühl stärken
Zum Programm des Wochenendes gehörte auch, dass sich am Samstagabend alle Teilnehmenden via Zoom zu einem Online-Austausch trafen. Das gab uns die Gelegenheit, unsere Entdeckungen und Erlebnisse miteinander zu teilen. Lukas und ich blieben trotzdem nicht lange online, da wir das Gespräch mit den Jugendlichen vor Ort bevorzugten. Menno’s Global Village spricht davon, auch nächstes Jahr ein ähnliches Wochenende zu veranstalten – wenn möglich mit mehr teilnehmenden europäischen Ländern. Ich finde das gut. Diese Art von internationalem Austausch ist wichtig, um unser Gefühl der Zugehörigkeit zu einer globalen Familie zu stärken. Zudem machen uns solche treffen bewusst, wie vielfältig diese Familie ist.
Text:
Valentin dos Santos, Präsident der Mennonitischen Jugendkommission der Schweiz